Das Phantom der Oper
Vierzig Jahre nach der Londoner Uraufführung kehrt Andrew Lloyd Webbers Musical nun wieder auf eine deutsche Bühne zurück – erstmals seit über einem Jahrzehnt. Die Inszenierung von Seth Sklar-Heyn folgt der ursprünglichen Konzeption von Laurence Connor und steht unter der künstlerischen Leitung von Matthew Bourne und Cameron Mackintosh. Dabei geht es nicht um nostalgische Reproduktion, sondern um die behutsame Weiterentwicklung eines Klassikers, der sich immer wieder neu befragt.
Die aktuelle Fassung bewahrt die ikonischen Elemente – etwa Maria Björnsons Kostümentwürfe – und denkt sie zugleich weiter. Paul Browns Bühnenbild öffnet einen opulenten, zugleich wandelbaren Raum, in dem auch der legendäre Kronleuchter seine symbolische Wucht entfaltet. Choreograf Scott Ambler und das Lichtdesign von Paule Constable setzen gezielte Akzente, während das Sounddesign von Mick Potter Webbers Partitur transparent und differenziert erfahrbar macht.
So entsteht eine Inszenierung, die weniger auf Effekt als auf Atmosphäre zielt – und die zeitlose Frage stellt, wie nah Kunst und Abgrund beieinanderliegen.
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