Schauspiel Köln

  • Theater/Varieté

Ein Haus gibt Contra

Mit „Wir sind nicht die Guten.“ als eine von 96 formulierten Thesen lädt dich das Schauspiel Köln ein, Theater jenseits einer Gefälligkeitsanstalt zu empfinden. Bilde dir ein Urteil, erfahre Widersprüche, wende dich gegen moralische Überlegenheit, kurz: Bleibe kritisch. 

Dass dir das Vergnügen bereitet, gehört ausdrücklich zum Konzept dazu. Ebenso das Unbequeme. Und vielleicht der Perspektivwechsel. So steht es grob in den aktuell 96 Thesen des Hauses oder vielmehr proklamierten Gesprächsanlässen, deren Anzahl sich immer wieder verändern kann. Je nachdem, was gerade los ist in der Welt. Und so ist das Schauspiel Köln auch mehr als die Summe seiner Bühnen – aktuell unter der Intendanz von Kay Voges.

Vom Stadttheater in die Fabrikhalle und zurück an den Offenbachplatz 

Viele Male hat das Schauspiel Köln in den vergangenen rund 250 Jahren Haus und Bühne gewechselt. Stationen waren ab 1782 ein festes Theatergebäude in der heutigen Komödienstraße, das Stadttheater an der Glockengasse, die Aula der Universität, ein Saal im damaligen Rautenstrauch-Joest-Museum, das Opernhaus, die Schlosserei, Halle Kalk, das Depot in Mülheim und, und, und

Zur Spielzeit 2026/2027 kehrte das Schauspiel Köln zurück in das Haus, wo u. a. Klausjürgen Wussow 1962 schon Karl Moor in Schillers „Die Räuber“ spielte: in das Bühnenensemble am Offenbachplatz, entworfen vom Kölner Architekten Wilhelm Riphahn, der auch die expressionistische Bastei am Rhein sowie „Die Brücke“ entworfen hat, in der heute der Kölnische Kunstverein seine Wirkungsstätte gefunden hat. 

Nachkriegsmoderne mit neuer Bühnentechnik

Das denkmalgeschützte Architekturensemble von 1957/1962, ein Symbol des kulturellen Aufbruchs nach dem Krieg, umfasst heute neben dem Schauspielhaus die Bühnen der Oper Köln, die Kinderoper und das Kleine Haus in den ehemaligen Opernterrassen. 

Schau dir auf jeden Fall den Erfrischungsraum an, der mit hinterleuchteter Glasbausteinwand und von Wilhelm Riphahn entworfenen Pendelleuchten die 60er-Jahre lebendig macht. Hinter der historischen Gestaltung steckt moderne Theatertechnik. So lässt sich der vordere Zuschauerbereich versenken, um die Bühne in den Saal hinein zu erweitern. Auch das Kleine Haus eröffnet mit seiner absenkbaren Spielfläche vielfältige Möglichkeiten für Inszenierungen.

Schauspiel Köln: überaus eigenwillig

Künstlerisch war das Schauspiel Köln immer wieder ein Ort für eigenwillige Handschriften. Robert Wilson und Heiner Müller erarbeiteten hier den Kölner Teil des internationalen Theaterprojekts „the CIVIL warS“, der 1984 am Haus Premiere hatte. 2010 zeigte Karin Beier mit Elfriede Jelineks „Das Werk/Im Bus/Ein Sturz“, wie unmittelbar Theater eine Stadt angehen kann, indem es den Einsturz des Kölner Stadtarchivs aufgriff. Mit Katie Mitchells „Reise durch die Nacht“ gastierte eine Produktion des Schauspiel Köln 2013 beim Festival d’Avignon. Schauspiel und live erzeugte Filmbilder verbanden sich zu einer ungewöhnlichen Bühnensprache. Für seine Regie von „Johann Holtrop“, einer Koproduktion des Schauspiel Köln mit dem Düsseldorfer Schauspielhaus, erhielt Intendant Stefan Bachmann 2023 den Deutschen Theaterpreis DER FAUST. 

Auch unter Kay Voges findet das Haus mit seinem Ensemble bereits überregionale Anerkennung: In der Kritikerumfrage von „Theater heute“ belegte es 2026 gemeinsam mit dem Berliner Ensemble und dem Maxim Gorki Theater den zweiten Platz in der Kategorie „Theater des Jahres“.

Was und wie ist Wirklichkeit?

Mit Kay Voges weht am Schauspiel Köln ein modern-technologischer Wind über die Bretter, die die Welt bedeuten: Als Gründungsdirektor der Akademie für Theater und Digitalität beschäftigt er sich damit, welche künstlerischen Möglichkeiten neue Technologien eröffnen. Film, digitale Bilder und Schauspiel greifen bei ihm oft ineinander und machen dabei auch unseren Blick auf die Wirklichkeit zum Thema.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Zusammenarbeit mit investigativen Redaktionen wie CORRECTIV und DOSSIER. Unter dem Titel „Theater & Journalismus“ bilden Recherchen den Ausgangspunkt von Bühnenproduktionen. Gesellschaftliche Konflikte bekommen Stimmen, Körper und Situationen. Das zeigt wieder einmal das Selbstverständnis des Hauses, das für dich und andere Zuschauer*innen Kunst und öffentliche Auseinandersetzung zusammenbringen will.

Gut zu wissen

Eignung

  • Schlechtwetterangebot

  • für Gruppen

  • für Familien

  • für Individualgäste

Preisinformationen

Preise variieren je nach Veranstaltung und Sitzplatzkategorie. Ermäßigungen sind möglich.