Ein kulturhistorischer Fakt: Das Hänneschen Theater ist die älteste ortsfeste Puppenbühne im deutschsprachigen Raum und eines der größten Puppentheater Westeuropas.
Jede Spielzeit: sechs Uraufführungen – live auf Kölsch gesprochen und besungen
Das Hänneschen ist handmade – in vielerlei Hinsicht: Alle Stücke werden auf Kölsch geschrieben, gesprochen, besungen und gespielt. Auch die Musik ist handgemacht. In jeder Spielzeit hast du die Gelegenheit, sechs verschiedene Uraufführungen zu besuchen. Tipp: Die Karten sind immer sehr schnell verkauft, plane lieber etwas im Voraus.Figuren des Hänneschen: Typen und Charaktere mit gegenpoligen menschlichen Eigenarten
Das Stockpuppenspiel ist im Rheinland als Mundart- und Milieutheater gewachsen, von daher sind die Figuren keine Märchenfiguren, sondern „Leute von nebenan“: überzeichnete, gegenpolige Typen. Sie kommentieren den Alltag und regen mit viel Humor an, menschliche Vielfalt anzunehmen und auch auszuhalten. Dich erwartet also ein köstliches Spektakel, in der du sicher den ein oder anderen Typen auch in deinem Leben wiedererkennst; selbst, wenn er durch kölsche Sprache und Mentalität leicht verfremdet ist.Kernfiguren: Hänneschen, Bärbelchen, Tünnes und Schäl
Im fiktiven Gemeinwesen „Knollendorf“ – wahrscheinlich irgendwo in Köln – leben der kölsche Wirbelwind Hänneschen und seine kluge Freundin, das Bärbelsche, die Kölner Kultfiguren Tünnes, Schäl – u.a. im Tünnes-und-Schäl-Denkmal verewigt – sowie viele Nebenfiguren wie der Schnäuzerkowski, Köbeschen oder Zänkmanns Kätt. Als Typen karikiert, weisen sie alle klare Eigenschaften auf, die das Hänneschen Theater in die Kategorien „Rückgrat“, „Schwäche“, „Aufgabe“ und „auf den Punkt gebracht“ einteilt. Die Figuren-Charakterisierung findest du auf der Webseite des Hänneschen Theaters, willst du dir vor deinem Besuch schon einmal ein Bild machen.Lange Geschichte des Hänneschen Theaters: pointiert komprimiert
Aus pragmatischen Gründen – nämlich um überhaupt überleben zu können – gründete Schneidergeselle Johann Christoph Winters 1802 ein Theater, das Köln bis heute prägen und spiegeln sollte: das Hänneschen. Aus dem anfänglichen „Krippenspiel für kleine Kinder“ entstand eine traditionelle Stockpuppenbühne: Die Puppenspieler führen die Figuren von unten und bewegen Kopf und Hände über Stäbe.Schnell avancierte das Hänneschen zu einer Institution, eng verbunden mit dem Kölner Karneval. Nach Winters’ Tod 1862 führt seine Familie das Theater bis 1919 weiter, als das letzte Familienmitglied starb. Das Hänneschen musste aber Köln erhalten bleiben, regte eine Kommission an: 1926 wurde das Theater schließlich als „Puppenspiele der Stadt Köln“ in städtischer Trägerschaft neu gegründet. 1938 bezieht das Hänneschen sein Domizil am Eisenmarkt – laut Theatererzählung begleitet von einem großen Umzug mit tausenden Zuschauern – bevor Krieg und NS-Zeit ein schwieriges Kapitel aufschlugen: belastete Inhalte, Zerstörung und der Verlust vieler historischer Puppen. Der Neuanfang gelingt ab 1948 mit neuen Figuren, neuer Truppe und dem Weg zurück an den Eisenmarkt in der Kölner Altstadt, wo du heute noch den Eingang findest.
Auf dem Melaten Friedhof findest du übrigens eine Gedenkstätte des Gründungsvaters Johann Christoph Winters – eine kunstvolle Stele mit Büste Winters’ sowie zentralen Figuren seines Puppentheaters.
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