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In dieser freien Adaption von Cervantes’ Roman öffnet sich im Depot 2 eine karge Ebene, die sich zunächst jeder Bedeutung entzieht. La Mancha erscheint als nahezu grenzenloses Plateau, das Don Quijote und eine Reisegruppe von Kulturinteressierten in ein Spannungsfeld zwischen Vorstellungskraft und Realität führt. Der in die Jahre gekommene Hidalgo versucht, den Besucher*innen seine Welt zu vermitteln, indem er Geschichten, Erinnerungen und Bruchstücke von Abenteuerlust miteinander verwebt. Die Inszenierung folgt der Frage, wie Sinn entsteht, wenn äußere Orientierung fehlt – ein Motiv, das sich in der Begegnung zwischen dem literarischen Ritter und einem jüngeren, filmischen Don Quijote zuspitzt. Dieser tritt überraschend aus einer Leinwand heraus und verschiebt die Grenze zwischen Fiktion und Gegenwart, sodass die Gruppe in ein Spiel der Perspektiven gerät. Regisseur Bastian Reiber richtet den Blick auf die produktive Kraft des Imaginären: Der sogenannte horror del vacío wird nicht als Bedrohung, sondern als Ausgangspunkt für schöpferische Impulse gelesen, die humorvoll, vielschichtig und selbstreflexiv wirken.