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RABATZ! entfaltet im Depot 1 ein intensives Spiel mit Wahrnehmung und Bedeutungsebenen, das sich jenseits vertrauter Erzählmuster bewegt. Herbert Fritsch und sein Ensemble setzen auf körperliche Präzision und nonverbale Ausdrucksformen, die an dadaistische Verfahren erinnern und zugleich gegenwärtige Irritationen spiegeln. Die Performer*innen agieren in einem Raum, der durch choreographierte Impulse, eruptive Dynamiken und die bewusste Auflösung sprachlicher Strukturen geprägt ist. Dabei entsteht ein Szenarium, das die Fragilität von Orientierung erfahrbar macht und zugleich die Frage stellt, welche Formen von Sinnproduktion in einer krisenanfälligen Gegenwart noch tragfähig sind. Das Stück, rund siebzig Minuten ohne Pause, öffnet einen Resonanzraum, in dem Chaos nicht als Fluchtpunkt, sondern als analytisches Werkzeug fungiert. Besucher*innen begegnen einer Inszenierung, die mit Gleichförmigkeit, Störung und Überzeichnung spielt, ohne den Anspruch auf klare Lesbarkeit zu erheben – ein Abend, der ästhetische Grenzgänge wagt und die Ambivalenzen kollektiver Gegenwartserfahrungen in den Mittelpunkt rückt.